Humboldtianer im Fokus
Kamera ab!
Von Zhen Zhong, aufgezeichnet von Regine Laroche
| Zhen Zhong Foto: privat |
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Auf dem Bild sehen Sie mich bei den Dreharbeiten für die Dokumentation „Made in NRW“ im Bonner Containerhafen.
Wie es dazu gekommen ist? Sind Sie schon einmal in der Mittagspause für das Fernsehen entdeckt worden? Das ist mir nämlich passiert. Ein Reporter vom WDR fragte mich in der Bonner Fußgängerzone an einem Freitag den 13., ob dies ein Unglückstag für mich sei. War es nicht, ich hatte an genau diesem Tag mein Stipendium erhalten! Er war offenbar so begeistert, dass er mich kurz darauf für die Dokumentation „Made in NRW“ engagierte. Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland aus den Augen einer Chinesin. Meine Familie war ganz schön überrascht, als ich ihr davon erzählte. Ich besuchte zusammen mit einem Kamerateam zwei Wochen lang verschiedene Fabriken in Nordrhein-Westfalen und eben auch den Bonner Containerhafen. Wir haben bei unserer Reise viele tolle Geschenke bekommen, Parfüm von 4711, Socken von Falke, Süßigkeiten von Haribo. Eine Karriere beim Fernsehen werde ich aber trotzdem nicht machen. Jetzt bin ich in Osnabrück, das mir und meinem Mann innerhalb kurzer Zeit zu einer zweiten Heimat geworden ist. Ich liebe die Stadt und ihr Umland, ich kann hier die Natur genießen und bekomme neue Ideen für meine Arbeit. Osnabrück ist sehr lebendig, es gibt viele Veranstaltungen und Orte, die man besuchen kann. Besonders mag ich das Kulturgeschichtliche Museum und das Felix-Nussbaum- Haus, das von meinem Lieblings-Architekten Daniel Libeskind entworfen wurde. Das Einzige, was mich hier in Deutschland etwas nervt, sind die ständigen Briefe von der GEZ, obwohl unser Hausmeister ihr schon mitgeteilt hat, dass wir keinen Fernseher haben. Aber das wird uns nicht davon abhalten, den Aufenthalt immer in sehr guter Erinnerung zu behalten. Wir kommen bestimmt wieder.
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